iLampe

Endlich ist es soweit, ein iMac G4 wird umgebaut. Ich hatte das Projekt ursprünglich schon vor der iMacDOSe geplant, es aber wegen etlichen Problemen die bereits in der Planung aufgetreten waren (hauptsächlich das Display betreffend) mehrfach verschoben.

20″ iMac zum Monitor umbauen:

Das Projekt hatte ich soweit, das ich mir einen defekten iMac G4 20″ bei eBay geschossen hatte und das Display direkt am DVI-Port eines PCs laufen hatte. Die Displays bei den iMac G4s haben ein TMDS-Interface, sind also direkt zum DVI-Anschluß kompatibel. Das Problem war hier die Hintergrundbeleuchtung, der originale Inverter war defekt und außerdem, wie sollte ich das ganze mit dem Displaystandby machen? Abgesehen davon sind 1680 x 1050 auf 20″ verteilt nun nicht mehr wirklich zeitgemäß und FullHD Displays in 20″ habe ich keine finden können (in 21,5″ gibts die hingegen häufig).

Alternativ wollte ich einen 20″ Monitor komplett mit Ansteuerelektronik in das iMac Gehäuse umbauen, aber die meisten Monitore in dieser Größe haben eine geringere Auflösung und die mit der richtigen Auflösung kosten richtig Geld.

Naja, ich habe den iMac dann nach langer Zeit mit Ersatzteilen von eBay USA wieder hergerichtet und dann mit ordentlich Gewinn (20″ iMac G4s sind halt selten) verkauft.

Genug der Vorworte, nun zum eigentlichen Projekt:

Von Frank Brenneckes Homepage habe ich mir dann die Inspiration geholt (vielen Dank hierzu!), einen 17″ iMac G4 zum Monitor bzw. zum Mac umzubauen. Als Basis kommt hier ein 17″ FullHD (1920 x 1200) Display von Samsung zum Einsatz, welches in großen Notebooks verbaut ist. Das alte Display hat übrigens eine Auflösung von 1440 x 900, auf 17″ verteilt. Das ist die gleiche Auflösung, die mein MacBook Air auf 13″ bringt ;)

Das Display und die passende Ansteuerungsplatine habe ich dann (wie üblich) bei eBay geschossen. Da die Ansteuerplatine aus Hongkong noch nicht da ist, habe ich mit dem LCD-Panel schonmal angefangen und das verbaut.

Nach einer gründlichen Reinigung des Displayrahmens (der ganze iMac war furchtbar dreckig) konnte das Display probeliegen…

Dummerweise hat das neue Display seine Befestigungspunkte oben und unten (das alte an der Seite), da hilft wieder nur basteln. ;) Da LCD-Displays Hitze nicht sonderlich mögen, habe ich von Heißkleber lieber abgesehen, stattdessen kam doppelseitiges Klebeband zum Einsatz…

Ein paar gestapelte Schrottplatinen als Abstandshalter…

Da ich dem doppelseitigem Klebeband doch nicht ganz traue, sind die originalen Schrauben wieder an ihrem Platz und halten zusammen mit ein paar angefeilten Unterlegscheiben das Display fest im Rahmen.

Weiter geht’s, sobald die Hongkonger Post die Ansteuerungsplatine geliefert hat…

Update vom 21.01.2012:

Die Hongkonger Post war doch schneller als gedacht, die Controllerplatine ist schon da! Auf dem Bild ist in der Mitte des Displays die Controllerplatine zu sehen. Auf ihr befindet sich der Umwandler-Chip von DVI bzw. VGA auf LVDS. Unten ist der Inverter für die Hintergrundbeleuchtung und links ein Bedienfeld mit Tastern zu sehen.

Offenbar ist leider doch eine falsche Firmware im Controller (obwohl ich extra alle Daten angegeben hatte). So sieht das Bild im Moment aus, mit der Zeit wird es immer bunter…

Ich habe Frank gebeten mir seine Firmwareversion in den Controller zu flashen. Dann geht’s weiter!

Update vom 28.01.2012:

Frank und die Post waren schnell, ich habe den Controller mit der richtigen Firmware geflasht wieder. Hier der erste Test…

Natürlich nur provisorisch angeschlossen :)

Damit ich das Display am Ende vom iMac Hals auch mit Daten versorgen kann, habe ich ein DVI-Kabel abgepellt. So habe ich schöne dünne und paarweise geschirmte Kabel.

Oben die Kabel, in der Mitte das Kabel zum Display was beim LCD-Controller dabei war und unten ein iMac Hals, den ich noch übrig hatte. (Man darf halt nichts weg schmeißen!)

So sieht der Hals übrigens von innen aus. Rechts kommt das Halbkugel-Gehäuse und links das Display dran.

Knapp 35min später hatte ich die Kabel dann in ein Stück Schrumpfschlauch eingeschrumpft und durch den Hals gezogen. Was eine Fummelei…

Schnell den Hals zu, damit nichts raus fällt ;)

So sieht es in der Halbkugel aus. Ich habe die ganzen Kabel in 3 Stränge aufgeteilt, damit sie sich im folgenden Schritt besser verlegen lassen.

Das Displaykabel im endgültig verlegten Zustand. Statt weißer Röhrchen wie im Original, habe ich weißes Isolierband genommen, damit sieht man die Kabel von oben durch die Luftlöcher kaum.

In dem mittigen Quadrat sitzt übrigens der Lüfter und links und rechts davon das Netzteil, beide Teile sollen später ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Update vom 29.01.2011:

Das kommt davon wenn man nicht aufpasst. Den leeren Hals den ich verwendet habe, stammt vom iMac G4 20″ und bei dem Modell ist der Monitor viel schwerer. Naja, bei der Anprobe des neuen Displays habe ich dann gemerkt, das die Feder im Hals viel zu stark ist und der Monitor dann immer in der obersten Position verbleibt. Ist ja irgendwie nicht so gut.

Naja, auf jeden Fall habe die Kabel nicht mehr unfallfrei aus dem Hals bekommen, worauf ich erstmal ein weiteres DVI-Kabel schlachten musste. Wie gut das es die bei Reichelt recht günstig gibt. Der nächste Hals war dann vom iMac G4 15″ und dort passt dann der Monitor nicht an den Hals, weil Apple u.a. die Schraubenpositionen geändert hat. Das habe ich natürlich erst gemerkt, als das neue Kabel wieder komplett verlegt war.

ARGH!

Das Ende der Geschichte ich, das ich den iMac G4 Hals leer gemacht habe, der auch am iMac dran war. Das wollte ich eigentlich vermeiden, falls ich den mal als Ersatz benötige. Die neuen Kabel habe ich dann aber problemlos aus dem zweiten Hals bekommen und in den dritten Hals verfrachtet.

So schauts jetzt im Display aus. Die einzelnen Kabel sind schön in Schrumpfschläuchen aufgeteilt und abisoliert. Rechts die festgeklebten Kabel sind für den Inverter der Hintergrundbeleuchtung, der Rest ist fürs Display.

Hier hat sich auf den ersten Blick nicht viel geändert, ich habe die Kabel aber anders aufgeteilt, so passt es besser.

Update vom 05.02.2012:

Heute war ein sehr ergiebiger Tag, die iLampe ist nun in großen Teilen betriebsbereit.

Zuerst habe ich den LCD Controller mit 3 Schrauben auf einer Europlatine befestigt. Der LCD Controller kommt an den Platz, wo vorher die Festplatte war. Ein neuer DVD-Brenner kommt auch wieder ein, denn das MacBook Air hat kein optisches Laufwerk.

Achso, hätte jemand gedacht, das eine 3,5″ Festplatte fast die gleichen Abmessungen hat, wie ein normale Euro-Platine?

Ich auch nicht, aber seht selbst:

Dann habe ich mich den vielen Kabeln vom Displayanschluß gewidmet. Das Kabel was beim LCD Controller dabei war, habe ich ausgeklingelt und in 2 Teile zerschnitten. So viele Kabel sind für das LVDS-Signal notwenig.

Nachdem alle Kabel schön mit Testfilm (!) isoliert waren, habe ich das gleiche am anderen Ende gemacht. Hier ein Bild vom ersten Test nach der Lötaktion. Das Inverterkabel für die Hintergrundbeleuchtung liegt noch außenrum. Der Lüfter sorgt dafür, das alles (vor allem das Netzteil) schön Kühl bleibt und das Gitter verhindert, dass sich Kabel drin verheddern.

Klappt einwandfrei und JA, ich mag Blumen! ;)

Das ganze beim Test von unten…

Da ich kein externes Netzteil rumliegen haben will und das originale Netzteil sowieso 12V liefert, habe ich es wieder in Betrieb genommen. Da es locker 13A liefert, kann ich später noch ein paar schöne Sachen dran hängen. Das Kabel für den Inverter habe ich nun auch fertig verlötet.

Das ist letzte Bild vom LCD Controller vor dem Einbau. Es war übrigens gar nicht so leicht DVI-Kabel mit Winkelstecker zu bekommen. Normale (gerade) Stecker sind zu lang, die hätten mit dem Netzteil kolidiert, quer wäre die LCD Controllerplatine aber zu breit gewesen. Ich habe im Internet dann tatsächlich einen Laden gefunden, der fertig konfektionierte DVI-Kabel verkauft. Nicht ganz billig, aber was solls. Gewinkelte Niederspannungsstecker sind übrigens Massenware, obwohl die Tante bei Conrad am Tresen für Kleinbauteile ganz schön lange suchen musste.

So, nun ist unten alles verbaut. Unten gucken noch 2 Stecker vom Netzteil raus. Links kommen 230V rein, rechts kommen 12V raus. Oben schaut das DVI-Kabel raus. Das Laufwerk ist übrigens noch nicht angeschlossen.

Jetzt warte ich wieder auf Post aus Hong Kong. Der mitgelieferte Inverter ist zu dick für das Displaygehäuse, daher habe ich einen flachen bestellt. Wenn der da ist, kann ich das Display zuschrauben.

Update vom 17.02.2012:

Diesmal hat sich die Post länger Zeit gelassen, als beim letzten mal.

So sieht der Inverter aus. Der verschwindet im Displayrahmen an der gleichen Stelle, wo auch im original der Inverter ist.

Kabel schön verlötet und isoliert ;)

So, endlich ist das Display zu!

Der obligatorische Funktionstest durfte natürlich auch nicht fehlen. Schaut aber gut aus!

Nach Karneval gehts weiter. Kölle Alaaf!

3 Responses to iLampe

  1. Pingback: Die Bastelzeit ist wieder angebrochen! | schasche.net

  2. Tolle Arbeit bis jetzt! Bin gespannt, wie es weitergeht, nachdem der Controller nun seine Arbeit tut.

    Ich vermute, du willst zwei der Kabel für die Inverterspannung verwenden? Ich bin mir nicht sicher, wie es um die Durchschlagsfestigkeit der dünnen Kabel bestellt ist – sie transportieren üblicherweise ja nicht mehr als +5V – der Inverter bringt es auf 600 Volt und mehr; deshalb sind dessen Kabel auch so dick.

    Ich hatte bei meinen Umbauten das Problem nie, da ich meinen G4 von vornherein auf LED-Beleuchtung umgebaut hatte, so dass nur +12V transportiert werden mussten.

    Grüße und viel Erfolg
    Frank aka JeanLuc7

  3. schasche says:

    Ich möchte über die dünnen Kabel nur 12V zum Inverter leiten, das sollte Problemlos gehen. Anstatt des mitgelieferten Inverters nehme ich einen flachen Notebook Inverter, den kann ich gut im Displayrahmen verstecken.

    Außerdem ist das verlängern von den Hochspannungsleitungen eh eine Wissenschaft für sich. Wenn man die Kabel verlängert, ändert sich die Kapazität des Kabels und somit die Frequenz vom Schwingkreis ebenfalls.

    Gruß Markus

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