Es ist ja schon eine blöde Situation, ein Mac ist irgendwie zu wenig, bei zwei Macs hat man aber ewig Stess mit der Synchronisation von Daten. Trotzdem ist es manchmal doof keinen Mac mehr Zuhause zu haben, wenn ich mein Book mal mitschleppe. Daher nun dieses Projekt – aber diesmal bleibt der Mac ein Mac
Zugegeben, zuerst hatte ich etwas mit dem Mac Mini geliebäugelt, aber Apple behandelt den was die Ausstattung angeht eher Stiefmütterlich, er ist (mir) zu teuer und hat außerdem nur eine Chipsatzgrafikkarte. Die Wahl fiel daher auf einen iMac mit defekten Display.
1. Zutaten
- PowerMac G5 (defekt für 60€ übers MacUser Forum gekauft und in der Mittagspause in Leichlingen abgeholt)
- iMac 2GHz Core 2 Duo 17″ (mit defekten Display für 190€ bei eBay geschossen und dann in Troisdorf abgeholt)
- Kleinteile: Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben, Abstandsbolzen, Blech, Kabelbinder, Kabel
- Verschiedene Kabel zur Verlängerung der Schnittstellen an die im Gehäuse vorgesehenden Löcher
- Zeit und Bastellaune
Das ist der Kandidat, das Display hat etliche Streifen, ist wohl laut Verkäufer ein Serienproblem. Da ein Reparaturversuch mit dem Heißluftfön fehlgeschlagen ist (es wurden immer mehr Streifen) und Ersatzdisplays bei eBay nicht für unter 150€ zu bekommen sind, wird der iMac nun geschlachtet und das noch funktionierende Innenleben in das PowerMac G5 Gehäuse verfrachtet.
Das Gehäuse stammt von einem 2x 2GHz PowerMac G5, dass ich mit Innenleben über das MacUser Forum gekauft habe. Die CPUs haben bei eBay ein wenig was gebracht, aber der Rest wurde ausgeschlachtet.
2. Umbau
Los geht’s mit dem Netzteil, das soll wie beim PowerMac G5 auch ganz unten im Boden eingebaut werden. Das Ausmessen war nicht ganz einfach, weil sowohl Zollstock als auch Schieblehre zu lang sind, um sinnvoll eingesetzt werden zu können.
Netzteil (230V -> 12V) und Wandlerplatine (12V -> 5V und 3,3V) haben Füße aus Abstandsbolzen bekommen. Somit haben die Platinen nach unten hin reichlich Platz und es können keine Kurzschlüsse auftreten.
So schaut das ganze dann eingebaut aus. Die Verbindung zur Kaltgerätebuchse ist auch schon fertig und das ganze Gehäuse ist geerdet.
Zwischendurch mal testen ob alles OK ist…
…schaut aber gut aus!
Da das Gehäuse keine doppelten Seitenwände hat, kann ich die bestehenden Abstandsbolzen nicht umsetzen – das sähe ja nicht aus. Ich habe daher ein Blech auf die vorhandenen Abstandsbolzen gesetzt, damit ich darauf das Logicboard befestigen kann.
Im Baumarkt sind blöderweise nur dünne Bleche und Gitter oder halt solche Riffelbleche zu bekommen, das ist jetzt 1,5mm Stark und trägt das Board mit Leichtigkeit. 3 Schrauben müssen reichen
Auch das Logicboard hat in der Zwischenzeit 30mm hohe Abstandsbolzen als Füße bekommen. Der Abstand ist nötig damit die Kühlkörper und div. Anschlüsse auf der Unterseite genug Platz haben. Oben rechts ist übrigens der Kühlkörper für die CPU, der entsprechende Lüfter kommt auch wieder zum Einsatz.
Anprobe im Gehäuse… Passt!
Alle Abstandsbolzen für das Board und den Lüfter…
Das festgeschraubte Board im Gehäuse beim ersten Probelauf. Die Kabel werden später anders verlegt, aber so lässt sich das System schonmal installieren. Die Festplatte liegt unten neben dem Netzteil.
Damit sich das ganze auch einschalten lässt habe ich hier die Verbindung zum Taster am Gehäuse zusammengelötet, außerdem wird der USB-Anschluß von der iSight zum Front USB-Anschluß. Die FireWire Buchse an der Front bleibt genau wie die Kopfhörerbuchse ungenutzt. Die LED bekommt ihren Strom über einen Vorwiderstand direkt vom USB-Anschluß. Das Signal vom Logicboard abzugreifen würde keinen Sinn machen, denn die LED ist beim iMac im normalen Betrieb aus.
So sieht die Ecke doch schon ziemlich fertig aus. Das Kabel was nach vorn noch raus hängt, ist der Infrarotempfänger für die Fernbedienung. Die Festplatte liegt nach wie vor provisorisch neben dem Netzteil…
Hier habe ich schonmal 2 USB-Verlängerungskabel in die dafür vorgesehenen Löcher der Rückwand geklebt, irgendwie muss ich da ja im geschlossenen Zustand ran kommen
Damit es Festplatte und Netzteil nicht zu warm werden, kommt vorn ein Lüfter hin. Der Lüfter war der leiseste in meiner Sammlung, also rein damit. Die 12V werden einfach am Kabel der Festplatte abgegriffen, die Platte hängt nun kopfüber zwischen Lüfter und Netzteil und ist damit genau im Luftstrom.
So sieht die Ecke im geschlossenen Zustand aus die beiden USB-Verlängerungen gehen zur Rückseite des Gehäuses. Der Lüfter ist nur mit 2 Kabelbindern am inzwischen gekürzten Blech fest, so übertragen sich Schwingungen nicht so sehr.
Die andere Seite vom Gehäuse. Die AirPort Antennen habe ich innen einfach angeklebt (oben rechts ist eine), mal sehn wie der Empfang im geschlossenen Zustand ist. In der Rückwand sind bisher nur die beiden USB-Verlängerungen eingeklebt, eine FireWire Verlängerung muss ich noch besorgen, wie ich das mit LAN, Ton und Video mache weiss ich noch nicht genau, vielleicht leg ich die auch einfach als Kabel durchs Slotblech. Zum Glück geht das Gehäuse schnell auf.
Das Superdrive ist bisher nicht angeschlossen, ich weiss noch nicht genau wie ich das mache. Zuerst hatte ich vor es per Firewire anzuschließen, aber dann lässt es sich per System nicht öffnen, irgendwie blöd ohne Knopf an der Front.
Update ein wenig später…
Ich habe mir jetzt mal ein Optibay-Nachbau bei eBay geschossen. Normalerweise dient es dazu, in Notebooks das optische Laufwerk gegen eine zweite Festplatte zu tauschen, aber in diesem Fall versuche ich damit eine Verlängerung zum richtigen Laufwerk in IDE zu stricken.
Da das Optibay einen S-ATA Anschluß hat, musste ich mir ein S-ATA Laufwerk bei Reichelt bestellen. Strom braucht das Laufwerk natürlich auch, daher habe ich ein S-ATA Kabel vom alten PowerMac G5 recycelt und bei der Gelegenheit auch das Stromkabel für die Festplatte verlängert. Hinter der Blechplatte kommen die 4 Kabel vom Laufwerk raus, vorn der Kabelbaum zwischen Netzteil und Logicboard.
Alles schön verlötet…
Das fertige Stromkabel. Den Lüfter habe ich gegen ein anderes Modell ersetzt, jetzt ist der Computer fast unhörbar.
Das Laufwerk mit dem Stromstecker von hinten.
Da der Weg von Hongkong nach Köln lange dauert, habe ich in der Zwischenzeit die ganzen Kabel angeschlossen und festgestrapst. Ich habe mich zum einen aus faulheit, zum anderen aus praktischen Gründen gegen weitere Buchsen in der Rückwand entschieden. Die Kabel sind einfach durch die entsprechenden Löcher in der Rückwand bis zum Board gelegt und dann mit Kabelbindern befestigt. Da der Computer unterm Tisch steht, reicht das.
Zwischenzeitlich ist auch das Optibay eingetroffen, schon erstaunlich wie gut die kleine Platine die ich brauche verpackt ist
Der Optibay-Nachbau ist qualitativ unter aller Sau (dünnes Blech und scharfe Kanten), aber mehr brauche ich davon zum Glück nicht.
Eingesteckt (und mit einem Kabelbinder gesichert) ist die Platine auf dem Steckplatz vom Slimline Laufwerk, die original Winkelplatine habe ich wiederverwendet, sonst wäre der S-ATA Anschluß zum Trägerblech hin gewesen.
Fertig!
Update vom 03.04.2011:
Der iPowerMac läuft prächtig, hat in der Zwischenzeit aber ein paar kleinere Änderungen erfahren.
Die eingeklebten USB-Buchsen in der Rückwand sahen doof aus, daher habe ich mir bei Parts-Data welche zum festschrauben besorgt. Bei der Gelegenheit habe ich dann auch direkt noch eine FireWire-Buchse nachgerüstet, ich habe zwar so gut wie keine FireWire Geräte mehr, aber man weiß ja nie
. Die Ansicht von hinten…
…und von innen. Ich musste die Kunststoff-Tüllen etwas mit Schmirgelpapier bearbeiten, sonst hätten sie nicht nebeneinander gepasst.
Die Festplatte hat Schwingungsdämpfer erhalten, damit ist der Computer noch leiser.
Die Netzwerkbuchse habe ich auch an die Gehäuserückwand verlängert, da habe ich aber leider gerade kein Bild zur Hand.
Update vom 05.06.2011:
So sieht die Rückwand nun aus, oben ist der Audioausgang, darunter 2x USB, FireWire und ganz unten Netzwerk. Bis auf den DVI-Ausgang ist die Rückwand nun komplett.
Das ganze von hinten, auf diesem Bild fehlt noch die Audio Buchse
Fast alle notwendigen Buchsen sind nun verlegt…
Update vom 26.07.2011:
So, ich habe mich nun endlich mal aufgerafft und das Slotblech für den DVI-Anschluß zurecht gedremelt. Das Slotblech kam mal bei einem eSATA-Anschluß zum Einsatz, die Löcher für die Schrauben passten genau, ich musste nur das Loch für die Buchse größer machen…
…das ganze dann in einen Slot schrauben…
…und das Kabel mit dem Adapter auf MiniDVI dann zur Buchse führen.
So, bis auf den Lüfter der noch völlig lose auf dem Boden steht und das Netzteil anpupst, ist der iPowerMac nun endgültig fertig. Zwischenzeitlich hatte ich den Arbeitsspeicher mal auf 4GB aufgerüstet und die Festplatte gegen eine 2TB Version ausgetauscht. Ich wollte es nur erwähnt haben…
Update vom 13.11.2011:
Endspurt! Ich habe mir eine Plexiglasplatte mit dem Laser schneiden lassen, jetzt ist der Lüfter endlich fest und die spannungsführenden Teile vom Netzteil sind auch abgedeckt.
Zu guter letzt habe ich dem iPowerMac noch einen originalen Lautsprecher verpasst. Zugegeben, bei der Befestigung habe ich geschummelt, aber das Ding ist so leicht, dass da nichts passieren dürfte. Und warum der Lautsprecher?
Na für den Startgong!
So, Feierabend…





































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Klasse Umbau! Sehr schöner Bericht.
Hehe, das ist ja krass!
Gut gemacht.
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H!
Echt fein gebastelt! Am besten gefällt mir der Lautsprecher für den Startgong. Das MUSS sein!
Saubere Leistung.