PowerDOSe G3

Auf ein neues! Diesmal mache ich es mir etwas einfacher, nach der iMacDOSe soll nun ein gut erhaltener PowerMac G3 (b/w) in einen vollwertigen PC verwandelt werden. Endlich mal ein Gehäuse mit viel Platz! Mal wieder ein Appletypisch enges Gehäuse…

Den PowerMac habe ich wie üblich bei eBay geschossen und dann Sonntags mal eben in der nähe von Gießen abgeholt. Für 25€ Sofortkauf kann man echt nicht meckern. Das Gehäuse ist bis auf eine leicht verkratzte Seitenwand nahezu neuwertig – ein Glücksgriff also! Allerdings locken die 300MHz G3 niemanden mehr hinterm Ofen hervor, also weg damit! Auch die 6GB Platte und das CD-Rom fliegen raus, ich vermute an der Kiste wurde nie etwas verändert.

Um so besser für mich. Also erstmal alles raus und saubermachen das ganze. Ich war allerdings angenehm überrascht, kaum Staub! Anders ADB Tastatur und Maus, die sind direkt so siffig wie gekauft in den Elektroschrott gewandert.

Erstmal war ich einkaufen. Eine Intel CPU habe ich direkt mal bei eBay geschossen, Board, Netzteil und RAM neu im Laden gekauft.

Festplatte und eine ordentliche Grafikkarte kommen vom nächsten Geld, für den Anfang hänge ich erstmal eine eSATA Platte dran, und das Board verfügt über eine Onboard Chipsatz Grafikkarte.

Anprobe fürs Netzteil:

Als Netzteil passt ein normales ATX, gut für mich.

Durch den Einbau ist der große Lüfter allerdings an der Rückwand. Der Abstand zu dieser ist allerdings groß genug, damit das Netzteil sich ausreichend Kühlung verschaffen kann.

Die Kabel zum Board sind natürlich zu kurz, da muss ich mir mal eine Verlüngerung basteln.

Anprobe fürs Board:

Das Board ist im MicroATX Format hat genau wie das Gehäuse 4 Slots.

Auf diesem Bild habe ich mal 2 PCI-Karten gesteckt, damit ich das Board auch an der richtigen Stelle einbaue. Das rote Kunststoffpolster sorgt dafür dass das Board keinen Schaden von den noch vorhanden Abstandsbolzen nimmt. Die im falschen Ort kommen raus! (die rot Markierten stören nicht, also bleiben die drin!)

Das Gehäuse wird über einen Federmechanismus einer Plexiglasplatte geschlossen gehalten. Das muss ich natürlich auch was ausklinken:

Also auch angezeichnet und ab gehts mit dem Dremel ins Gartenhäuschen. Ich bin mir sicher, meine Nachbarn werden mich dafür hassen! :D

Die Blende für die Schnittstellen habe ich bei der Gelegenheit gleich mit angezeichnet und ausgeschnitten. Leider muss das Board näher an die PCI Slots ran, damit da Karten rein passen, oder andersrum, das Blech ist zu nah am Board. Daher musste ich ein wenig mehr ausschneiden. ^^

Oben drüber ist aber noch genug Platz für eine parallele Schnittstelle, die werde ich noch nachrüsten.

Im Original ist auf dem Blech eine Folie, (siehe Bild oben, in diesem Muster) daher mache ich das jetzt auch. Die Hologramfolie gabs für schmales Geld bei Aldi, (Danke Mama für den Tipp) vorsichtshalber habe ich bei der Gelegenheit gleich ein Scherenset mitgenommen :D

Fedditsch :D

Bisher habe ich immer ohne eingebauten Laufwerkskäfig an dem Gehäuse gearbeitet, das wird mir jetzt zum Verhängnis. Das Originalboard ist an der Stelle nur mit flachen Bausteinen bestückt, bei mir ist jetzt der Arbeitsspeicher im weg. Da hilft nur Laufwerkskäfig anpassen und ein passendes Laufwerk besorgen. Wenn ich mit dem Zollstock von vorn bis zum ATX-Stecker messe, komme ich auf 17cm – prima, da sollte sich doch etwas auftreiben lassen. Gut dass das Board so kompakt ist.

Erstmal am Sonntag mit der PUK-Säge den Laufwerkkäfig zurecht gestutzt:

Passt doch!

Mit neuem Laufwerk. Im vergleich dazu ein altes CD-Rom Laufwerk. Das nenne ich mal Fortschritt ;)

Weiter gehts mit der Stromversorgung. Da keine passende ATX-Verlängerung zu bekommen war, habe ich mir kurzerhand eine umgestrickt. Insgesamt wollen 24 Leitungen am ATX-Kabel und 4 am P4-Stecker passend verlängert werden.

Erste hälfte fertig…

Passend fürs Gehäuse zusammengestrapst und auf die richtige Länge gestutzt…

Fertig verlegt und eingebaut…

Endlich durfte ich auch die bei eBay geschossene CPU in Empfang nehmen, direkt mal eingebaut und alles getestet! Dieser futuristisch anmutener Kühler war einer der wenigen die für das Gehäuse geeignet sind. Von der CPU aus gemessen dürfen Kühler nur max. 6,5cm hoch sein, damit diese im geschlossenen Zustand nicht mit dem Netzteil kolidieren.

Dieser hier ist knapp 6cm hoch und passt so gerade. Über dem IDE-Stecker kann man die Lamellen erkennten, links das Netzteil. Fotografiert habe ich das ganze durch die Halterung für das damals optionale ZIP-Laufwerk.

Für das Frontpanel habe ich mir etwas ganz besonderes ausgedacht. Ich dachte da auf einen Nachbau auf Lochraster mit TTL-Grab. Naja Grab trifft es nicht ganz, ist nur ein 7400 drauf.

Ich bin ja grundsätzlich ein Freund von flackernen Festplatten LEDs, das ist bei diesem Gehäuse natürlich nicht so einfach, denn Apple hat ja nur eine LED vorgesehen. Daher habe ich mittels einem 4x NAND-Gatter (eben der 7400) eine Lösung “entwickelt”. Die bei HDD ist der Plus immer fest auf 5V, und nur GND wird bei Bedarf dazu geschaltet.

Am ersten Gatter (V1/1) liegen auf Stift 1 immer +5V, wenn die Platte was tut kommt auf Stift 2 GND dazu.

Das passiert im Ruhezustand:

  • (V1/1) Pin 1 (1), Pin 2 (1) -> Pin 3 (0)
  • (V1/2) Pin 4 & 5 (0) -> Pin 6 (1)
  • (V1/3) negiert das (1) Signal dann in (0)
  • (V1/4) Pin 12 (0), Pin 13 (1) -> Pin 11 (1)

Damit kann der Strom von V1.3 nach V1.4 fließen und LED2 leuchtet. Im Alternativfall passiert dann folgendes:

  • (V1/1) Pin 1 (1), Pin 2 (0) -> Pin 3 (1)
  • (V1/2) Pin 4 & 5 (1) -> Pin 6 (0)
  • (V1/3) negiert das (0) Signal dann in (1)
  • (V1/4) Pin 12 (1), Pin 13 (1) -> Pin 11 (0)

Damit fließt nun der Strom andersherum durch LED1. Zu beachten ist hier, das man LowCurrent LEDs benutzt, sonst werden die Ausgänge vom TTL überlastet…

Aufgebaut ist das ganze auf Lochraster, auf der kleinen Platine (die ich zufällig in der Schublade gefunden habe) befinden sich alle Bauteile sowie 2 Taster (Power + Reset). Hier habe ich das Layout mal in Eagle zusammengeklöppelt.

Und natürlich vor dem löten das ganze ausprobiert:

Eine passende Lochrasterplatine…

…nun auch passend bestückt!

Das ganze als Video in Funktion: PowerDOSe – TTL

Erweiterung: Festplatte & Grafikkarte

So eine kleine 80GB HDD im externen S-ATA Gehäuse ist auf dauer nicht so doll, daher kommt wie geplant eine große 500GB HDD im 3,5″ Format in die PowerDOSe. Ganz unten im Gehäuse hat Apple Platz für 3 Festplatten vorgesehen, natürlich für welche mit IDE oder SCSI Anschluß (S-ATA gabs da ja noch nicht).

Das ganze wäre jetzt auch kein Problem, wenn die S-ATA Stecker nicht so lang wären, aber so bekomme ich die Tür nicht mehr zu. Daher habe ich die Festplatte mit Winkeln quer auf dem Festplattenblech befestigt. Die Winkel waren eigentlich mal dafür gedacht, um 3,5″ Platte in 5 1/4″ Laufwerkseinschüben befestigen zu können, egal – die passen hier auch. Schwups auf jeder Seite ein Loch ins Blech und die Festplatte samt Rahmen dran festgeschraubt.

Auch die Onboard Grafikkarte ist nicht so wirklich das gelbe vom Ei. Die Intel GMA Karten können ja fast gar nichts, Solitär klappt so gerade. ;) Außerdem gibts nur eine VGA Ausgang, damit macht es nicht wirklich Spaß einen 24″ TFT anzusteuern.

Diese Grafikkarte habe ich mir für schmales Geld bei eBay geschossen. Das ist eine ganz ordentliche Karte, keine High-End aber OK und passiv gekühlt macht die auch keinen Lärm. Der große Lüfter befindet sich ohnehin direkt vor den Slots, daher habe ich kaum bedenken das die Karte zu heiß werden wird.

Dummerweise blockiere ich mir jetzt den 1x PCI-E Slot…

…aber das Slotblech der parallelen Schnittstelle passt nach kleinen Kunststoffarbeiten wunderbar.

Die Abrechnung

  • PowerMac G3 25€ + ca. 20€ Spritkosten (eBay)
  • Mainboard Asrock G31M-GS 44€ (Snogard)
  • 2x 2GB DDR2 RAM Kingston je 34€ (Snogard)
  • Netzteil BeQuiet 350W 40€ (Snogard)
  • Verlängerungskabel für Strom 11€ (Snogard)
  • CPU Intel Core 2 Duo 1.8GHz 53€ + 5€ Versand (eBay)
  • CPU Kühler LC-CC93 28€ (Snogard)
  • DVD-Brenner 20€ (Reichelt)
  • 7400 + 2x LED keine 3€ (Conrad)
  • Festplatte 500GB Samsung HD501LJ 60€ (Snogard)
  • Grafikkarte Radeon X1650XT 20€ + 5€ Versand (eBay)

Summe: 402€

Kleinkram wie z.B. Schrauben und Unterlegscheiben sowie Verbrauchsmaterialien wie z.B. Lötzinn, Schrumpfschlauch und Kabelbinder hatte ich noch u.a. von der iMacDOSe übrig, daher sind diese Sachen hier nicht extra aufgeführt.

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